Das waren die Kapverden

Wenn die Palme vor meinem Balkon nachts im Wind rauschte, hörte sich das an als würde es regnen. Regnen tut es aber hier fast nie. Heute habe ich ein leckeres Omelett gefrühstückt, dann Koffer gepackt.

Jetzt sitze ich am Gate und warte auf den Flug in die Kälte. Zwei warme aber windige Wochen liegen hinter mir. Viele Vögel gibt es hier nicht, aber ein paar richtig coole. Fünf lifer durfte ich notieren. Für mich stellt sich die Frage, ob ich im nächsten Winter eine Gruppenreise hierher anbieten soll. Wenn, dann sicher nur eine Woche und dann auch nur Boavista. Vögel beobachten im T-Shirt und im Meer baden während es zu Hause schneit ist schon klasse. Drei coole Lerchen, der Spatz, Weißbauchtölpel und Tropikvogel sind recht sicher zu finden. Wer kann sich vorstellen mitzukommen?

Viel Sonne, Limis und hohe Wellen

Direkt am Ortsrand ist ein kleines Feuchtgebiet, in dem sich heute viele Limikolen aufhielten. Hier sehen sie im Winterkleid zum Teil anders aus, als wenn sie bei uns durch kommen. Ich hoffe, ich habe alle richtig angesprochen. Ihr dürft mich aber gerne korrigieren…

Bin dann wieder durch die Wüste gelaufen. Natürlich mit Wüstenläuferlerchen. Bis zu einem Strandsee, an dem ausser zwei Wüstenraben keine Vögel waren. Auf der Lee-Seite der Insel hätte ich nicht mit so hohen Wellen gerechnet.

Aber ich wollte natürlich ins Wasser und hohe Wellen finde ich ja klasse. Es war aber mehr Kampf als Vergnügen. Zu Hause hatte ich ja auch versprochen, dass ich vorsichtig bin, also war ich nur ein paar Minuten im Wasser und bis auf eine ganz ganz leichte Rippenprellung ist alles heile geblieben. Ich habe mich dann noch an den Strand gelegt und bin dann wieder durch die Wüste zurückgegangen.

Das waren zwei intensive Wochen auf den Kapverden und ich weiß noch nicht wie ich sie bewerten soll. Morgen berichte ich von der Rückreise und stelle die entscheidene Frage…

Salinen, Wüste, Meer und immer Wind

Heute gab es eine Überdosis UV-Licht für mich. Erst bin ich kreuz und quer durch die Salinen getapert, dann wiedermal Wüste, Strand und zum Schluss nochmal Wüste.

Mir war schnell klar, dass heute nicht allzu viele Vögel zu sehen sein werden. Nachdem ich zuletzt oft Schmerzen in meine Knien hatte, war ich froh, dass ich heute mal ein paar Kilometer mehr machen konnte. Es war also in erster Linie ein schöner langer Sommerspaziergang.

Hinter den Salinen ist ein Schutzgebiet, vor allem wohl für die Schildkröten. Ein Schild am Wegesrand weist darauf hin.

Immer wenn Surfer zuweit nach Süden fuhren, wurden sie von einem Aufpasser zurückgerufen. Naiv wie ich bin dachte ich: wegen Naturschutz. Vermutlich war es eher wegen der Felsen die dort begannen.

Über der See war kein einziger Vogel. Am Strand konnte ich Sanderlinge, Steinwälzer und einen Regenbrachvogel entdecken.

Ich bin glücklich, dass ich den ganzen Tag fast schmerzfrei laufen konnte. Habe die Sonne genossen während Bielefeld im Schnee versinkt.

Morgen gehe ich dort hin, wo gestern die vielen Limikolen waren. Vielleicht ist ja ein Amerikaner dabei…

Von Boavista nach Sal

Heute habe ich nicht viel erlebt. Ich bin froh, dass ich auf Sal angekommen bin. Der Flug dauerte 25 Minuten.

Die Taxifahrt zum Hotel dauerte ebenso lange wie der Flug. Und das, obwohl der Fahrer immer doppelt so schnell gefahren ist wie erlaubt, ausser wenn 30 war, dann ist er 3X so schnell gefahren. Am Ortsrand sind einige Salinen. Hier waren im Vorbeifahren ne Menge Limikolen zu sehen.

Im Restaurant fragte ich nach der Speisekarte. Antwort: ,,Wir haben nur Chicken Wings, alles andere ist aus!“ Schön, brauchte ich nicht lange auswählen.

Morgen werde ich mal schauen, ob es hier auch Vögel gibt…

Der letzte Tag auf Boavista

Von einem „local“ auf Sal weiß ich, dass dort die Tropikvögel an einem Hochplateau zu beobachten sind. Also dachte ich mir: ,,warum nicht auch hier. Ich wollte mich mit dem Taxi an die Nordwestklippe fahren lassen und dort suchen. Der Plan hat mal sowas von funktioniert. Dank an alle, die mir Glück gewünscht haben!

Ich habe dem Fahrer auf der Karte gezeigt wo ich hin möchte. Ich glaube, er konnte nicht gut gucken. Auf jeden Fall sind wir woanders gelandet. Zum Glück, sonst hätte ich keinen so coolen Tag erlebt! Ich wusste, dass ich nur nach Westen durch die Wüste laufen muss um an die Küste zu kommen.

Wenn auf den Kapverden der Wind von schräg hinten rechts kommt, geht man nach Westen und die Sonne war ja auch zu sehen.

Schon von weitem habe ich weiße Vögel vor der Klippe fliegen gesehen. Die Spannung stieg und die Hoffnung war groß. Und dann sah ich den ersten Rotschnabel-Tropikvogel meines Lebens.

Ich bin ja „nur“ Beobachter und kein Fotograf. Bitte verzeiht mir, dass mich die folgenden schlechten Bilder in Ekstase versetzt haben.

Zum Glück gehöre ich nicht zu den Leichtesten, sonst hätte mich der starke Wind bei meinem Freudentanz von der Klippe geweht.

Der steile Pfad hinab war nicht ganz einfach zu gehen. Das Stativ wurde zum Wanderstock. Böse Zungen würden „Krückstock“ sagen.

Was für ein geiler Tag! Morgen fliege ich auf die Insel der Rennvögel…

Schnee und Eis, aber nicht hier

Heute hat den ganzen Tag die Sonne geschienen, es war warm, aber auch wie immer windig. Morgens habe ich nochmal nach dem Rennvogel gesucht, wieder ohne Erfolg.

Im ,,Svensson“ steht, dass er in ,,sandigen Halbwüsten“ lebt.

Ausser einem überfliegenden Wüstenraben, habe ich keinen Vogel gesehen. Aber jede Menge Spuren habe ich gefunden und bei dem Wind waren die nicht alt.

Außerdem gab es wieder viele „Mauselöcher“, ca. vier cm im Durchmesser.

Am Nachmittag habe ich dann das Spektiv in die Ecke gestellt, habe mich an den Strand gelegt und war schwimmen. Auch schön!

Morgen werde ich nochmal etwas wegen Seevögeln versuchen. Außerdem hätte ich noch gerne ein vernünftiges Bild von der Weißstirnlerche. Also wünscht mir Glück…

Die Suche nach dem Rennvogel

Für die Leute, die auch die Kommentare lesen: es sind zwei verschiedene Claudias. Nicht, dass es hier zu Verwechslungen kommt.

Jetzt aber zu den wichtigen Dingen. Ich nehme es vorweg, ich habe ihn nicht gefunden.

Ich war mir sehr sicher, dass ich Rennvögel finde. Ich hatte beste Informationen von Tobi (vielen Dank!). Das Gebiet mit mehreren Vorkommen ist nicht sooo riesig, aber fünf Stunden intensive Suche waren erfolglos.

Es war wie Ostereier suchen und jetzt stellt euch eure Kids vor wenn sie Ostereier suchen und keine finden 😉

An der Flussmündung gab es dann doch noch einige Vögel…

Das war ein anstrengender Tag. Fünf Stunden kreuz und quer durch den Sand gelatscht und auch wenn ich die Zielart nicht gefunden habe, habe ich es genossen.

Morgen höre ich auf Jürgen und entspanne einen Tag. Das heißt aber nicht, dass ich keine Vögel beobachten werde…

Umzug

Heute Morgen hatte ich noch den Balkon mit Blick auf die Tankstelle. Nach dem Frühstück habe ich meinen Koffer gepackt.

In der Lobby habe ich dann noch etwas gearbeitet. Musste noch Zimmer reservieren für die Heide-Tour… Dann bin ich ca. 400 Meter bis zu meinem neuen Apartment gegangen.

Ich glaube, hier werde ich mich wohlfühlen. Alles sehr gemütlich. Jetzt habe ich den Balkon mit Blick auf die Baustelle 😂

Nachdem in eingezogen bin, habe ich etwas Wäsche gewaschen und war einkafen. Dann wollte ich aber auch noch einen Vogel sehen.

Ein Fischadler kam auch noch vorbei und viele Krabben krabelten über die Felsen.

Morgen mache ich mich auf die Suche nach Rennvögeln…

Sonne, Meer und Wind

Weil ich mir hier ein Auto leihen wollte, habe ich mir extra einen internationalen Führerschein ausstellen lassen. Der Vermieter wollte aber nix sehen, keinen Führerschein, keinen Ausweis, nix. Hier ist vieles anders!

Da ich ja auf Boavista ein paar Tage länger bleibe, wollte ich mich heute zunächst um eine neue Bleibe kümmern. Leider waren meine Wunschhotels alle voll. Ich bin dann erstmal wieder in den Süden gefahren. Zielart war der Tropikvogel. Dank Tobi hatte ich beste Infos über den Brutplatz.

Ich fürchte, ich war etwas zu spät. Keine Vögel da. Blieb mir noch das Seawatching. Windstärke 8 von hinten. Keine guten Voraussetzungen. Zwei Stunden aufs Meer geguckt, eine Art! Das hatte ich auch noch nie. Keine Möwe, Seeschwalbe oder ziehende Limis, nix! Nur meine treuen Weißbauchtölpel flogen vorbei. Fast hätte ich schlechte Laune bekommen, aber die Schönheit der Landschaft hat mich versöhnt.

Neben der Klippe schwamm ein großer „Schatten“ ganz nah am Strand. Ich dachte erst an einen Hai, dann an einen Rochen. Es war eine riesige Meeresschildkröte. Was für eine geniale Beobachtung!

An der Lagune konnte ich dann einige Limikolen beobachten. Eine Wüstenläuferlerche flog langsam knapp über meinen Kopf. Das alles bei intensiver Sonne.

Auf dem Rückweg habe ich dann noch links und rechts der Straße geguckt. Coole Landschaften überall und viele Lerchen.

An der Brücke über den Fluss habe ich dann auch noch beobachtet. Leider habe ich den Küstenreiher nicht wiedergefunden, aber einige Limikolen.

Dann habe ich mir ein Apartment für die nächste Tage organisiert. Morgen ziehe ich um…